Die wichtigsten Codecs
Mit dem Befehl core show translation bekommen Sie eine Liste der in
Ihrem System verfügbaren Codecs und der möglichen Transkodierungen.
Die heute in Asterisk-Installationen gebräuchlichsten Codecs:
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G.711 (im CLI und in
allow=/disallow=alsalawbzw.ulaw)Der Klassiker. Sehr gute Sprachqualität, unkomprimiert 64 Kbit/s. In Europa dominiert
alaw, in Nordamerikaulaw. Läuft überall, kostet keine CPU und braucht keine Lizenzen. Default für fast alles. -
G.722
"HD-Audio"-Codec. Weitet den Frequenzbereich auf 50–7000 Hz aus (G.711: 300–3400 Hz) — Sprache klingt hörbar klarer. Benötigt ebenfalls 64 Kbit/s. Wird von praktisch allen aktuellen Business-SIP-Telefonen und den meisten SIP-Providern unterstützt.
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Opus
Der moderne offene Codec (IETF RFC 6716, entstanden aus der Fusion von SILK und CELT). Variable Bitrate (6–510 Kbit/s), sehr gute Qualität auch bei schmaler Bandbreite, niedrige Latenz, resilient gegen Paketverlust. Opus ist der Pflicht-Codec für WebRTC-Clients und wird auch von modernen SIP-Telefonen und einigen Providern unterstützt. In Asterisk per
res_format_attr_opus+codec_opusverfügbar. -
GSM
Der Asterisk-Klassiker aus Mobilfunk-Zeiten. 13 Kbit/s, Qualität akzeptabel aber nicht überragend. Seine Rolle ist heute vor allem historisch — als Kompatibilitätsfallback und als Format für Sounddateien (
.gsm) liegt er in vielen Installationen noch mit aktiviert. -
G.729a
Früher der Bandbreiten-Sparcodec (8 Kbit/s, akzeptable Qualität). War lange kostenpflichtig; mittlerweile sind die relevanten Patente ausgelaufen und Asterisk bringt
codec_g729.sodirekt mit. Dennoch ist G.729 auf dem Rückzug: Opus liefert bei vergleichbarer Bitrate deutlich bessere Qualität. -
iLBC
"Internet Low Bitrate Codec", 13–15 Kbit/s, robust gegen Paketverlust. Wurde einst als Opus-Vorläufer gehandelt, spielt heute in SIP-Installationen praktisch keine Rolle mehr.
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G.726
Halbe G.711-Bandbreite (32 Kbit/s) bei ähnlicher Qualität. Selten eingesetzt, da G.722 oder Opus die bessere Wahl sind.
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Empfehlung für neue Installationen:
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