Fax-Server
Fax über IP ist nach wie vor ein schwieriges Thema. Es gibt zwei Ansätze, die in der Praxis funktionieren:
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T.38 — das "Fax over IP"-Protokoll. Für SIP-Trunks der richtige Weg: Fax-Frames werden in T.38-UDPTL-Paketen übertragen, die resistent gegen Jitter und Paketverlust sind. Asterisk unterstützt T.38 über
res_fax_spandsp(Open Source) oderres_fax_digium(kommerzielles Modul von Sangoma).Das Problem: Nicht jeder SIP-Provider unterstützt T.38 sauber, und nicht jedes Fax-Gerät oder jeder ATA beherrscht die T.38-Aushandlung.
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G.711 passthrough — das Fax-Signal im Audio-Stream mit G.711 (alaw/ulaw) durchleiten. Funktioniert nur, wenn die Leitung sehr gute QoS hat und kein Packet-Loss auftritt.
Im Asterisk-Dialplan:
; Eingehendes Fax auf Extension 999 mit spandsp empfangen
exten => 999,1,Answer()
same => n,Set(FAXOPT(headerinfo)=Eingehendes Fax)
same => n,Set(FAXOPT(localstationid)=5551234)
same => n,ReceiveFax(/var/spool/asterisk/fax/in_${UNIQUEID}.tiff)
same => n,Hangup()
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Das Zielverzeichnis
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Historische Variante: IAXmodem + HylaFax
Vor der breiten T.38-Unterstützung gab es einen pragmatischen Trick, der in älteren Installationen noch anzutreffen ist: IAXmodem emuliert ein Fax-Modem an einer IAX-Schnittstelle zu Asterisk, und HylaFax (eine jahrzehntealte, sehr stabile Fax-Serversoftware aus der Unix-Welt) verwaltet die Faxe. Asterisk leitet eingehende Faxe an das IAXmodem, das stellt sie HylaFax zur Verfügung, und HylaFax übernimmt Empfang, Versand, OCR und Zustellung per E-Mail.
Für neue Projekte empfehlen wir den direkten Einsatz von T.38 mit
ReceiveFAX() und SendFAX(). Anleitungen zum IAXmodem+HylaFax-Setup
finden Sie in der HylaFax-Dokumentation unter
https://hylafax.sourceforge.io/.