Einleitung

Ein hartnäckiges Vorurteil gegenüber Asterisk besagt, man müsse mindestens 2 bis 3 Tage Dokumentation studieren, um überhaupt irgendetwas Lauffähiges hinzubekommen. Diese Hürde ist für viele Interessierte zu hoch. Wenn Sie zu denen gehören, die sich nicht lange mit theoretischem Unterbau beschäftigen möchten, sondern möglichst schnell ein Ergebnis sehen wollen, ist dieses Kapitel genau richtig. Arbeiten Sie es von Anfang bis Ende durch, auch wenn Sie den Rest des Buches wie ein Nachschlagewerk nutzen.

In diesem Buch geht es um Asterisk und nicht um Linux. Wir setzen grundlegendes Linux-Know-how voraus: Sie sollten einen Text-Editor bedienen und eine einfache Netzwerkkonfiguration einstellen können. Falls nicht anders erwähnt, wird als root gearbeitet (bzw. mit sudo).

Welche Asterisk-Version?

Für den Einstieg ist die Version zweitrangig — die Grundkonzepte (Contexte, Extensions, Channels) haben sich seit Jahren nicht verändert. Im Produktivbetrieb greift man idealerweise zur jeweils aktuellen LTS-Version (Long Term Support). Die Release-Übersicht des Projekts listet auf, welche Versionen aktuell als LTS gelten und wie lange sie gepflegt werden: https://docs.asterisk.org/Deployment/Asterisk-Versions/.

Zwei Dinge sollten Sie gleich zu Beginn im Kopf haben, weil sie beim Querlesen älterer Tutorials immer wieder für Verwirrung sorgen:

  • SIP-Kanaltreiber: Alle SIP-Konfiguration läuft heute über chan_pjsip mit der Datei pjsip.conf. Der alte Treiber chan_sip (mit sip.conf) ist seit Asterisk 21 nicht mehr Teil von Asterisk. Tutorials, die sip.conf verwenden, sind veraltet.

  • Konferenzen: Statt MeetMe() wird ConfBridge() benutzt. Ein DAHDI-Timing-Device brauchen Sie dafür nicht mehr.

Diese Unterschiede sind an den passenden Stellen im Buch nochmal ausführlich beschrieben.