Log-Datei
Ereignisse, die auf den Warteschlangen auftreten, werden im
Queue-Log, normalerweise /var/log/asterisk/queue_log
detailliert festgehalten (natürlich werden auch Einträge im CDR-Log
gemacht). Im queue_log steht ein Eintrag pro Zeile im
Format:
Timestamp|Anruf-ID|Schlange|Channel|Event|Param1[|Param2[|Param3]]
Timestamp-
Die Unix-Zeit, zu der der Event aufgetreten ist
Anruf-ID-
Die einmalige ID des Anrufs (alphanumerisch). Kann auch
NULLoderNONEsein (z. B. bei dem EreignisQUEUESTART). Schlange-
Der Name der Warteschlange, z. B.
support. Kann auchNULLoderNONEsein. Channel-
Der Name des überbrückten Kanals, z. B.
Agent/1001. Kann auchNULLoderNONEsein. Event-
Der Name des aufgetretenen Ereignisses (siehe unten). Abhängig vom Event sind
Param1,Param2undParam3angegeben.
Die möglichen Ereignisse sind unter anderen (siehe auch
doc/queuelog.txt):
ABANDON-
Der Anrufer hat seine Position in der Warteschlange durch Auflegen aufgegeben. Parameter: Position, Einstiegsposition, Wartezeit.
AGENTDUMP-
Der Agent hat den Anrufer während der Ankündigung der Warteschlange abgewiesen.
AGENTLOGIN-
Der Agent hat sich eingeloggt. Parameter: Kanal (z. B.
PJSIP/1001-00000003). AGENTCALLBACKLOGIN-
Der Callback-Agent hat sich eingeloggt. Parameter: Login-Extension[@Context].
AGENTLOGOFF-
Der Agent hat sich ausgeloggt. Parameter: Kanal, Login-Dauer.
AGENTCALLBACKLOGOFF-
Der Agent hat sich (bzw. wurde) ausgeloggt. Parameter: Login-Extension[@Context], Login-Dauer, Grund (z. B. Autologoff).
COMPLETEAGENT-
Das Gespräch zwischen Anrufer und Agent wurde vom Agenten beendet. Parameter: Wartezeit, Anruf-Dauer, Einstiegsposition.
COMPLETECALLER-
Das Gespräch zwischen Anrufer und Agent wurde vom Anrufer beendet. Parameter: Wartezeit, Anruf-Dauer, Einstiegsposition.
CONFIGRELOAD-
Die Konfiguration wurde neu eingelesen (z. B. durch
asterisk -rx "module reload"). CONNECT-
Der Anrufer wurde zu einem Agenten durchgestellt. Parameter: Wartezeit.
ENTERQUEUE-
Der Anrufer wurde in die Warteschlange aufgenommen. Parameter: URL (falls verfügbar), Caller-ID.
EXITEMPTY-
Der Anrufer wurde aus der Warteschlange geworfen, weil keine Agenten verfügbar waren.footnote:[siehe „
leavewhenempty“] Parameter: Position zum Zeitpunkt des Verlassens der Warteschlange, ursprüngliche Position beim Eintritt, Wartezeit. EXITWITHKEY-
Der Anrufer hat die Warteschlange durch Drücken einer Taste verlassen. Parameter: Taste, Position.
EXITWITHTIMEOUT-
Der Anrufer war zu lange in der Warteschlange, und der Timeout ist abgelaufen. Parameter: Position.
QUEUESTART-
Das Warteschlangensystem wurde gestartet. Dabei haben die Felder
Anruf-ID,SchlangeundKanalden WertNULL. RINGNOANSWER-
Ein verfügbarer Agent wurde angeklingelt, hat aber nicht abgenommen (Timeout). Parameter: Klingeldauer (in Millisekunden).
SYSCOMPAT-
Der Agent hat den Anruf angenommen, aber die Kanäle waren nicht kompatibel, und der Anruf wurde beendet.
TRANSFER-
Der Anrufer wurde auf eine andere Extension umgeleitet. Parameter: Extension, Context.
Kommerzielle Log-Analyse- und Echtzeitüberwachungssysteme
sind beispielsweise QueueMetrics (https://www.queuemetrics.com/).
Die Applikation QueueLog(), mit der man aus dem Dialplan heraus
eigene Einträge ins Queue-Log schreibt, ist in der offiziellen
Dokumentation unter https://docs.asterisk.org beschrieben.
Queue-Log in MySQL importieren
Leider kann Asterisk derzeit das Queue-Log noch nicht direkt in
eine SQL-Datenbank-Tabelle schreiben. Dass die Daten in einer
SQL-Datenbank liegen, ist aber für alle bekannten Statistik-Tools eine
Grundvoraussetzung. Zu diesem Zweck existieren verschiedene Skripte (meist in Perl) bzw.
werden mit den Tools mitgeliefert. Die klassische Methode: Die Datei
queue_log durch eine Named-Pipe (FIFO) ersetzen, ein Skript lauscht
auf der FIFO und schreibt alle Zeilen in die Datenbank. Modern
setzen viele Installationen stattdessen auf cel_odbc (CEL-Events
direkt in die Datenbank) oder auf eine periodische Auswertung des
queue_log per Cron-Job.
|
Diese Methode wird vermutlich in 99 % aller Fälle problemlos
funktionieren. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Skript, falls
es aus irgendwelchen Gründen nicht vor Asterisk gestartet sein sollte
oder vorzeitig beendet wird, nicht mehr aus der Named-Pipe liest und
Asterisk beim Versuch, zu schreiben, ein
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Das folgende Perl-Skript von William Lloyd zeigt den Ansatz:
#!/usr/bin/perl -w
#
# wlloyd at slap.net
# The asterisk version indpendant way to get queue stats into Mysql,
Postgres
# or whatever is supported by Perl DBI
# It's all about named pipes
# to setup this software
# stop asterisk
# rm /var/log/asterisk/queue_log
# mkfifo /var/log/asterisk/queue_log
# make sure permissions are setup
# chmod 777 /var/log/asterisk/queue_log
# run this program as root or under another user as you see fit.
# should start BEFORE asterisk. Add to /etc/rc.d/rc.local or whatever
# restart asterisk
# requires a DB table like the following..
# CREATE TABLE csr_queue (
# qname varchar(30) default NULL,
# agent varchar(30) default NULL,
# action text,
# info1 text,
# info2 text,
# info3 text,
# timestamp int(11) NOT NULL default '0',
# id tinytext NOT NULL
#) TYPE=MyISAM;
use DBI;
use IO::File;
my $opt_debug = 0;
# if you want postgres change this to "Pg"
my $db_type = "mysql";
my $db_host = "127.0.0.1";
my $db_user_name = 'username';
my $db_password = 'password';
my $db_database = 'asteriskstat';
my $dbh = DBI->connect("DBI:$db_type:dbname=$db_database;host=
$db_host;", $db_user_name, $db_password);
open(FIFO, "< /var/log/asterisk/queue_log") or die "Can't open
queue_log : $!\n";
while (1) {
$message = <FIFO>;
next unless defined $message; # interrupted or nothing logged
chomp $message;
# remove chars that will cause DB problems
$message =~ s/\"\'//g;
@data = split(/\|/,$message);
# these messages are almost useless for my purposes
next if ($data[4] eq "QUEUESTART" );
next if ($data[4] eq "CONFIGRELOAD" );
if (!defined($data[5])) {
$data[5] = '';
}
if (!defined($data[6])) {
$data[6] = '';
}
if (!defined($data[7])) {
$data[7] = '';
}
my $sql = "INSERT INTO csr_queue (timestamp, id, qname, agent,
action, info1, info2, info3) VALUES ('$data[0]', '$data[1]', '$data
[2]', '$data[3]', '$data[4]', '$data[5]', '$data[6]', '$data[7]')";
print "$sql \n\n" if ($opt_debug);
$dbh->do($sql);
# if you want an actual logfile you might want to uncomment this
# if ( open(LOG, ">> /var/log/asterisk/queue_log_real") ) {
# print LOG "$message\n";
# close(LOG);
# } else {
# warn "Couldn't log to /var/log/asterisk_queue_log: $!\n";
# }
#
}
$dbh->disconnect();
exit 0;
Bei QueueMetrics (kostenlose Demo-Version) wird ebenfalls ein
Perl-Skript namens queueLoader.pl mitgeliefert
(siehe aber die Warnung oben!).
Alternativ dazu kann man die Datei auch regelmäßig (z. B. minütlich per Cron-Job) rotieren und in die Datenbank einlesen — das ist weniger elegant, aber deutlich robuster gegen Skript-Abstürze.