IAX versus SIP

In den frühen Asterisk-Jahren war "SIP oder IAX?" eine ernsthafte Diskussion. Technisch hatte IAX viele Argumente auf seiner Seite: verwendet genau einen UDP-Port (5060 war für NAT und Firewall-Admins der Schrecken, 4569 hingegen simpel), sehr kompakte Signalisierung, eingebautes Trunking, das mehrere Gespräche effizient bündelt, eingebaute Authentifizierung von Signalisierung und Medien.

Das Rennen hat trotzdem SIP gewonnen — einfach, weil es in der Ökosphäre keinen großen Hersteller gibt, der IAX unterstützt. Praktisch alle SIP-Provider, SIP-Telefone, SBCs, PBX-Lösungen und Softphone-Hersteller sprechen SIP. IAX ist in der Asterisk-Welt geblieben: chan_iax2 existiert noch, aber neue Installationen nutzen es fast nie.

Wer eine neue Anlage baut, nimmt SIP (konkret: chan_pjsip). IAX kommt nur dann in Frage, wenn alle Gegenstellen ausschließlich Asterisk sprechen, z. B. beim Kopplung zweier eigener Asterisk-Server über eine unstabile, NAT-behaftete Leitung.

Mark Spencers Originalargumente (historisch)

Damit die IAX-Argumente nicht vollständig in Vergessenheit geraten, sei hier Mark Spencers (Erfinder von Asterisk) klassische E-Mail von 2004 in den Anhang, IAX vs. SIP verschoben. Sie ist lehrreich für das Verständnis, was IAX ursprünglich besser konnte — aber als Entscheidungshilfe heute nicht mehr relevant.